Vom Erstgespräch zur Inbetriebnahme: So läuft ein Solar-Carport-Projekt
Sieben Schritte, vier bis sieben Monate: Standort-Check, Konzept und Angebot, Bodengutachten und Statik, Genehmigung und Netz, Lieferung, Montage, Übergabe – mit dem, was Bauherren in jeder Phase beisteuern.
Elite PV GmbH · Veröffentlicht am 04. September 2026 · Zuletzt geprüft am 04. September 2026 · 5 Min. Lesezeit
Ein Solar-Carport ist ein Bauwerk, eine Stromerzeugungsanlage und oft eine Ladeinfrastruktur in einem. Entsprechend laufen drei Verfahren parallel: das Bauverfahren mit Statik und Genehmigung, das Netzverfahren mit Anschlussbegehren und Registrierung, und die Beschaffung von Tragwerk, Modulen und Elektromaterial. Wer die Reihenfolge kennt, hält die Baustelle kurz. Dieser Artikel beschreibt die sieben Schritte, wie sie bei Parkpower-Projekten ablaufen – mit Dauer, Beteiligten und dem, was in jeder Phase vom Bauherrn kommt.
Schritt 1: Erstgespräch und Standort-Check (Woche 1)
Am Anfang stehen drei Angaben: Adresse, Stellplatzzahl, Stromverbrauch. Aus der Adresse folgen Bundesland und Solarpflicht, Landkreis und damit Schnee- und Windlastzone, sowie der Ertrag nach PVGIS für den Standort. Aus der Stellplatzzahl folgt die Serie – Vela für ein bis zwei, Strix Snow für vier bis zwölf, Atlas Heavy ab zehn Stellplätzen – und die Anlagenleistung im Stellplatzraster. Der Stromverbrauch, am besten als Jahresabrechnung oder Lastgang, bestimmt die Eigenverbrauchsquote und damit die Wirtschaftlichkeit.
Das Ergebnis ist eine indikative Auslegung: Serie, kWp, Jahresertrag, CO₂-Einsparung und Invest-Korridor. Der Konfigurator auf dieser Website liefert sie in vier Schritten; im Erstgespräch prüfen wir zusätzlich Fläche, Ausrichtung, Netzanschlusspunkt und den Genehmigungsweg.
Schritt 2: Konzept und Angebot (Woche 2–4)
Aus der Auslegung wird ein Konzept: Konfiguration im Stellplatzraster, Lageplan, Lade-Architektur mit Wallboxen oder Schnellladern, gegebenenfalls Speicher. Die Wirtschaftlichkeit rechnen wir auf 100 Prozent Eigenkapital über 25 Jahre – mit Eigenverbrauch, EEG-Vergütung nach Leistungsklasse, Betriebskosten und Degradation – und zeigen die Förder- und Steuerpfade: KfW 270, Investitionsabzugsbetrag, Sonderabschreibung, degressive AfA.
Das Angebot enthält Leistungsumfang, Zeitplan und Zahlungsplan. Vom Bauherrn braucht es jetzt die Entscheidung über Serie, Optionen und Zeitrahmen. Wer eine Solarpflicht erfüllen muss, bekommt den Nachweis der Mindestüberdeckung gleich mit.
Schritt 3: Bodengutachten und Statik (Woche 4–8)
Kein Tragwerk ohne Baugrund. Wir beauftragen eine Baugrunderkundung oder prüfen einen vorhandenen Geotechnischen Bericht. Auf dieser Basis entsteht die Standortstatik nach Eurocode mit deutschem Nationalen Anhang: Schneelast nach DIN EN 1991-1-3, Windlast nach DIN EN 1991-1-4, jeweils in der Zone des Standorts nach der DIBt-Zuordnung nach Verwaltungsgrenzen. Die Fundamente werden bemessen – bei Atlas Heavy in der Regel Bohrpfähle mit 700 bis 800 mm Durchmesser und 2 bis 2,5 m Tiefe, bei Strix Snow Schraubfundamente oder Stahlbeton-Köcher.
Vom Bauherrn kommen Lage- und Leitungspläne, der Zugang zum Gelände und ein Ansprechpartner für die Bestandsinfrastruktur. Wer weiß, wo alte Leitungen liegen, spart Wochen.
Schritt 4: Genehmigung und Netz (Woche 6–16, parallel)
Mit Statik und Zeichnungen stellen wir den Bauantrag, wo er erforderlich ist. Vela Single (rund 20 m² Grundfläche) ist in vielen Bundesländern verfahrensfrei, Vela Double (rund 34 m²) je nach Landesbauordnung; Strix und Atlas laufen in der Regel durch ein Bauantragsverfahren, das je nach Behörde vier bis zwölf Wochen dauert. Parallel stellen wir das Netzanschlussbegehren beim Netzbetreiber. Über 100 kW ist die Direktvermarktung Pflicht, dann organisieren wir den Direktvermarkter. Für Hausbank und Steuerberater bereiten wir die Förder- und Kreditunterlagen vor.
Vom Bauherrn braucht es Unterschriften, gegebenenfalls Nachbarzustimmungen und eine Vollmacht für den Netzbetreiber. Dieser Schritt ist der längste im Projekt – und der, in dem am wenigsten sichtbar passiert.
Schritt 5: Beschaffung und Lieferung (12–14 Wochen ab Bestellung)
Tragwerk und Polaris-Module kommen per Container aus der Fertigung unseres Technologiepartners GoodWe; Strix-Einheiten sind teilweise ab Lager verfügbar. Wechselrichter, Speicher, Wallboxen und Elektromaterial stammen aus dem eigenen Lager. Die Anlieferung planen wir just-in-time zum Montagestart, damit auf dem Parkplatz nichts wochenlang steht.
Vom Bauherrn braucht es eine freie Fläche und eine Zufahrt für Anlieferung und Kran – bei Atlas Heavy ein 40-Fuß-Container je Bauabschnitt.
Schritt 6: Fundamente und Montage (1–3 Wochen vor Ort)
Die Baustelle beginnt mit den Fundamentarbeiten, dann folgt der Stahlbau: vor Ort ausschließlich verschraubt, geschweißt wird nur im Werk. Anschließend Modulmontage, DC-Verkabelung, Wechselrichter, Wallboxen und Zählerplatz. Die Bauleitung liegt bei Elite PV. Bei laufendem Betrieb bauen wir in Etappen und sperren nur die betroffenen Stellplätze; bei Logistik-Standorten planen wir um Schichtwechsel und Anlieferzeiten.
Als Richtwerte: Vela rund sechs Stunden mit zwei Personen, Strix Snow B-6 etwa eine Woche, Atlas Heavy C-20 etwa zwei bis drei Wochen – jeweils plus Elektroinstallation.
Schritt 7: Inbetriebnahme und Übergabe (1–2 Wochen)
Zur Inbetriebnahme prüfen wir die Anlage nach VDE-AR-N 4105, nehmen sie mit dem Netzbetreiber in Betrieb und registrieren sie im Marktstammdatenregister – innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme – sonst drohen nach § 52 EEG eine Strafzahlung von 10 € je Kilowatt und Verstoßmonat sowie der Verlust des Entgelts für dezentrale Einspeisung. Monitoring, Dokumentation und Einweisung gehören zur Übergabe; danach beginnen Wartung, Monitoring und Service aus Windischeschenbach.
Vom Bauherrn kommt die Abnahme mit Übergabeprotokoll. Ab jetzt läuft die Anlage – und die Wirtschaftlichkeitsrechnung aus Schritt 2 wird Monat für Monat an den Zählern nachvollziehbar.
Was Sie vor dem Erstgespräch vorbereiten können
Drei Unterlagen beschleunigen jedes Projekt: die letzte Jahresstromabrechnung oder – bei leistungsgemessenen Kunden – der Lastgang des Netzbetreibers, ein Lageplan mit Grundstücksgrenzen und Leitungen, und ein Foto des Parkplatzes aus der Vogelperspektive, etwa aus dem Geoportal des Landes. Wer zusätzlich weiß, wann der Parkplatz ohnehin saniert oder erweitert wird, kann Fundamentarbeiten und Solarpflicht in einem Bauabschnitt bündeln. Und wer die Ladeinfrastruktur mitdenkt, spart den zweiten Tiefbau: DC-Trasse und Leerrohre gehören bei allen Parkpower-Serien zum Lieferumfang.
Zeitplan im Überblick
| Schritt | Dauer | Beteiligte |
|---|---|---|
| Erstgespräch und Standort-Check | Woche 1 | Bauherr, Elite PV |
| Konzept und Angebot | Woche 2–4 | Elite PV, Steuerberater des Bauherrn |
| Bodengutachten und Statik | Woche 4–8 | Geotechniker, Tragwerksplaner |
| Genehmigung und Netz | Woche 6–16, parallel | Bauaufsicht, Netzbetreiber, Direktvermarkter |
| Beschaffung und Lieferung | 12–14 Wochen ab Bestellung | GoodWe, Spedition |
| Fundamente und Montage | 1–3 Wochen vor Ort | Elite PV, Elektrofachbetrieb |
| Inbetriebnahme und Übergabe | 1–2 Wochen | Netzbetreiber, Elite PV |
Vier bis sieben Monate sind realistisch, wenn Statik, Genehmigung und Beschaffung parallel laufen. Der häufigste Grund für Verzögerungen ist nicht die Baustelle, sondern ein spät gestelltes Netzanschlussbegehren – deshalb stellen wir es im vierten Schritt, nicht erst nach der Genehmigung.
Kurz beantwortet
- Wie lange dauert ein Solar-Carport-Projekt insgesamt?
- Von der Beauftragung bis zur Inbetriebnahme typischerweise vier bis sieben Monate bei Atlas Heavy und Strix Snow, sechs bis zehn Wochen bei Vela. Statik, Genehmigung und Beschaffung laufen parallel.
- Was muss der Bauherr selbst liefern?
- Adresse, Stellplatzzahl und Stromverbrauch für die Auslegung; Lage- und Leitungspläne, Zugang und Unterschriften für Bauantrag und Netzanschluss; freie Fläche für Anlieferung und Kran; die Sperrung der betroffenen Stellplätze in Etappen.
- Kann bei laufendem Betrieb gebaut werden?
- Ja. Fundamente, Stahlbau und Modulmontage laufen in Abschnitten, sodass nur ein Teil der Stellplätze gesperrt ist – bei Schichtbetrieb planen wir die Etappen um Schichtwechsel und Anlieferzeiten.
Quellen
- Parkpower Datenblatt Series C v2.3 (Atlas Heavy) und Series B v1.2 (Strix Snow) · 09/2026
- DIN EN 1991-1-3/NA und DIN EN 1991-1-4/NA – Schnee- und Windlasten (Eurocode 1) · 2023
- Bundesnetzagentur: Marktstammdatenregister – Registrierungspflicht · 2026
- VDE-AR-N 4105 – Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz · 2018
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